121118 wir sehen die musik von inuk voicello so:
inuk macht musik, wie wenn er sich als zitronenhälfte sähe, die er gerade selber ausquetscht. na und? wir haben es genossen, ihn so in aktion zu sehen:
einer, der weiß, dass er >letzte musik< aus sich hervorpresst. es hört sich tatsächlich an wie eine der letzten echten musiken dieser welt.
den eindruck von ausgepresster, letzter musik hat man vor allem dadurch, dass sich die improvisationen von inuk voicello immer am rande des klanglichen bewegen. sein cello klingt trocken, seine stimme sprachlich und alles schreit; auch seine leisesten, entspanntesten >lieder< lassen diesen schrei noch ahnen.
wir gewinnen den eindruck, dass diese soeben entstandene musik nicht nur den moment zelebriert, sondern auch anklagt, unsere satte kultur mit den letzten mitteln verzweifelten kunstwollens anklagt.
verblüffenderweise gerät inuks performance >irgendwie< dennoch zum genuss: eine kugelfisch-mahlzeit.
(feedback einer kleinen gruppe von zuhörern beim solokonzert schloss moyland am 18.11.2012)
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