101006 >instant composing< bei inuk voicello
seit mitte der 80er jahre vertieft sich inuk voicello mit seiner musik für cello und stimme in ein ganz eigenes archaisches universum:
vor allem spürt inuk nuancen der lautfärbungen vorsprachlicher äusserungen wie stöhnen, lachen, seufzen nach.
solche passagen, fast möchte man sagen recherchen, wechseln ab mit huschenden, fast virtuosen miniaturen auf dem cello, die stimmlich nur spärlich und wie beiläufig kommentiert werden.
einen dritten schwerpunkt von inuks musik findet man in liedhaften vorträgen, die teils afrikanisch, teils asiatisch anmuten und häufig von einem stolpernden puls begleitet werden.
obwohl inuks arbeit komplett improvisiert ist, ist sie weit davon entfernt, beliebig zu sein. durch die bedingungslose intensität des vortrags nimmt es der zuhörer ihm ab, dass diese musik genau so und keinesfalls anders ablaufen muss.
insofern könnte man hier ausnahmsweise einmal von >instant composing< reden, und das umso mehr, als inuk nicht von material zu material springt, sondern wenig und vor allem wenig virtuoses material vertikal auslotet und nicht horizontal ausbreitet.
diese tatsache verleiht inuks musik bisweilen etwas meditatives. durch die starke physische präsenz und den im einklang zur musik stehenden bewegungen seines körpers hat sie aber auch nichts heiliges an sich.
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